Meine JOA-Story

In dieser Rubrik wollen wir Euch die Möglichkeit geben, uns Eure Erinnerungen an das legendäre Jübek Open Air mitzuteilen. In den Gesprächen mit Euch und den Gästebucheinträgen konnten wir feststellen, dass jeder seine ganz eigene Jübek Open Air Geschichte hat. Wir würden uns über jede Zuschrift und Bildmaterial freuen, bitte sendet Eure Story per Mail an:

info@juebekopenair.de

Ute schreibt

Wenn ich an meine Jugend - Grins - denke, denke ich oft an das Jübek Open Air zurück...Nachdem ich dann endlich über 18 Jahre alt war, konnte ich dort endlich hin... was bei meinem Dienst - ich arbeitete und arbeite heute noch in der Gastronomie, gar nicht so einfach war!!! Ich mußte mir dieses lange Wochenende immer regelrecht freischaufeln... Aber - einmal im Jahr, 3 Tage, nicht adrett im schwarzen Rock, der weißen Bluse und dem - damals üblichem (nicht lachen!!!!) weißen gestärkten Schürzchen rumlaufen, immer nur höflich sein usw... das war so geil!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Mein Vater besaß damals ein Autodachzelt... Kennt das noch jemand??? Das war auf jeden Fall, jedes Jahr wieder der Hit. Ich fuhr nach Jübek - dort gab es damals getrennte Zeltplätze: einen für Wohnmobile, einen für Zelte... Da ich das erwähnte Autodachzelt, welches auf meinem Autodach montiert war (wer so etwas nicht kennt: Es war eine Art fester Matratze, die auf dem Dach montiert wurde, darüber war eine Art Klappzelt, das man runterklappen konnte. Man hatte so eine Art kleines Vorzelt mit einer kleinen Leiter, die auf das Autodach, zur Matratze führte - ich hatte es immer wesentlich bequemer als die normalen Zelter...) mithatte, wollte ich natürlich auf den Wohnmobilplatz... Und - jedes Jahr mußte ich den Leuten am Wohnmobilplatz erst einmal ausführlich erklären, warum ich mit meinem Zelt nicht auf den Zeltplatz konnte - das war immer relativ nervig, eine Schlange Autos, bzw. Wohnmobile, umgebaute Busse u. ä. hinter mir - jeder wollte auf den Platz, keiner kam voran, da ich den Verkehr immer total blockiert habe... Irgend wann haben sich die Ordner dann wohl jedesmal gesagt, komm wir lassen die Bekloppte rein, sonst geht hier ja gar nichts mehr...Dann endlich freie Fahrt auf den Platz, einen Platz suchen, Auto hinstellen - Leute in der Umgebung ansehen - was sind das für welche, so als Frau alleine...Da war mir dann im ersten Moment, teilweise, doch ein wenig bange zu Mute. Ich war - damals - rank und schlank, angeblich recht ansehnlich...und alleine...Dann bauen sich da vor Dir 10 große stabile Kerle in Lederkluft, mit Dosenbier in der Hand auf - und - du denkst, ups, was nun??? Der erste sagt: Heh, bist Du ganz alleine? Und Du stehst da und überlegst, was ist jetzt die richtige Antwort??? Aber da mein Mund, manchmal - leider - immer schneller reagiert hat, als mein Hirn, war die Antwort: ja...( In dem Moment - ein Hilfeschrei vom Hirn, was hast Du getan??? Da stehen 10 Hammerkerle, du hier als Frau allein - wo soll das hin, SOS!!!) Aber weit gefehlt, zu der Zeit, beim Jübek Open Air gab es keine Berichte über Vergewaltigungen, Messerstechereien u. ä.!!! Hier hat sich damals jeder vertragen, es waren 3 Tage Ausnahmezustand, der Rocker stand neben dem Punker, man hat miteineander geschnackt und auch miteinander einen getrunken... Um auf das Them zurück zu kommen - Ute sagt: ja, ich bin alleine... Heh, willst Du ein Bier, was ist denn das für ein geiles Zelt, brauchst Du Hilfe? Wir wollen nachher noch Grillen, komm doch vorbei, Dich kriegen wir leicht noch mit satt!!! Das war die Antwort!!! Ich habe so vielschichtige Menschen in Jübek kennen gelernt, die ich, im normalen Leben, mit Sicherheit nicht getroffen hätte!!! Besonders ist mir auch noch Reinhard bewußt... Reinhard Andresen - wenn jemand etwas von ihm weiß, meldet Euch bitte, ich würde ihn so gerne mal wiedersehen. Reinhard war schon damals ein " Aussteiger". In Jübek war er in einem umgebauten Bus, wo er auch wohnte. Er verkaufte damals Ledergürtel und ähnliches beim open air... Später lebte er auf Ibiza - wir hatten lange Jahre durch noch Kontakt - aber inzwischen ist der leider abgerissen...

Ich stelle gerade fest, das klingt, als wäre die Musik nicht wichtig gewesen - aber - die hat uns ja dort alle zusmmengeführt, ohne diese hätten wir uns dort nicht getroffen!!!

Ach, ich könnte noch stundenlang weiterschreiben - aber - ich denke, ich habe Euch schon genug gelangweilt...

Martin schreibt...

Der Peter hat mal nach einer Abwechslung gesucht,
er brauchte was…so richtig schön verrucht!
Glücklicherweise rief er mich dann an,
und fragte ob ich helfen kann.
„Na klar Peter“, sagte ich „take it easy.. altes Haus,
wir beide fah’n zum Rock Festival nach Jübek raus.
Er fing am Telefon vor Aufregung an zu hecheln
Und ich sah ihn schon ganz lüstern lächeln.
Ok…Wir machten einen Treffpunkt ab…..am Freitag in Jübek in den Abendstunden….
…ich suchte ihn stundenlang, aber ich habe ihn nirgendwo gefunden.
Am nächsten Morgen….ich will grad zum waschen gehen,
da bleibe zuerst ich….und dann mein Herz steh’n.
Wer ist das…der da auf mich zukommt und irgendetwas von mir will,
der mit dem ganzen Schmutz, der auch noch riecht nach ner menge Promill.
Ohhhh nein….jetzt spricht er mich auch noch an..
Und fragt ob ich ihn denn nicht erkennen kann.
„Peter…bist du es“, frage ich noch mit blassem Gesicht,
und hoffe noch im gleichen Moment er ist es nicht.
Doch da bewegte sich schon sein Kopf zum nicken
Und nun wusste ich tat in die Augen meines Bruders blicken.
Die weisse Hose…das weisse T-Shirt und das Gesicht total schwar,
am nacktem Arm klebte noch Blut und ich glaube auch Harz,
und ich fragte ihn:“ Junge…was ist los…wo bist du gewesen?“
„Na ja“, antwortet er, „ ich wollte grad gestern zum Treffpunkt pesen,
da sah ich die Bierbude…sie lag direkt an der Strecke,
da bestellte ich mir halt eins und trank’s an der nächsten Ecke.
Ja…und dann wollte ich weitergeh’n…
Doch dann dachte ich „auf einem Bein kannst du nicht steh’n“.
Also zurück zu der Bierbude…du weisst schon die direkt an der Strecke,
bestellte mir noch ein Bier und trank’s wieder an der besagten Ecke….
Und dann dachte ich….die waren wirklich lecker die zwei…
Wollte grad weitergeh’n..doch dann fiel mir ein „alle Guten Dinge sind 3“.
Ich also wieder an die Bude…bestellte mein Bier,
und schwupps…es ging immer schneller..da waren’s schon 4…
und irgendwann wurde es dann knapp mit meinem Geld,
und dann ging ich endlich weiter und suchte dein Zelt.
Aber welches Zelt sollte es nur sein, von den allen….
Und beim suchen bin ich wohl irgendwie in den Graben gefallen.
Und dann konnte ich meine Beine nicht mehr bewegen nochmal aufzusteh’n
Und das ist der Grund, das wir uns heute erst seh’n.“
Na ja…egal…nun hatten wir uns ja gefunden,
zu Begrüssung schnell zur Bierbude auf ein paar Runden.
Und als die Begrüssung vorbei war, so Abends gegen zehn,
da gab’s schon wieder leichte Probleme beim selbstständig geh’n.
Da trafen wir so nen kleinen Knirps, der hatte hinten am Fahrrad nen Bollerwagen,
und ich sagte zu meiner Schwester:“ komm …da rein mit Peter, das ist besser als tragen“,
doch nach wenigen Metern hat der Bollerwagen wohl gemerkt, was mein Bruder so wiegt,
und durch auseinanderbrechen dafür gesorgt, dass er nun doch auf der Strasse liegt.
Dem Knirps gaben wir für den kaputten Wagen noch Geld,
und schleppten meinen Bruder nun doch mit Muskelkraft zum Zelt.
Als wir ihn dann endlich da hatten,
stand er auf und sagte er müsse mal eben für kleine Königstiger…
und was soll ich sagen, davon kam er erst am nächsten Morgen wieder.
Natürlich wollten wir wissen, wo er denn gewesen sei,
„Na ja“, sagte er,“ ich hab in einem Zelt geschlafen, da ist doch nichts dabei,
heute Morgen kuschelte ich mich noch mal unter meine Decke,
und auf einmal stutzte ich….wer ist denn die schlafende Blonde da in der Ecke….
Und als ich noch so überlegte,
ein gar schlimmer Verdacht sich in mir regte….
In diesem Zelt war mir alles total unbekannt,
ich glaube ich habe letzte Nacht in meinem Brausebrand,
einfach das falsche Zelt genommen,
und so bin ich zu der hübschen Blonden gekommen.
Da habe ich mich besser gaaaanz leise aus dem Staub gemacht.
…aber egal, dieses Wochenende hat mir riesig Spass gebracht,
und für nächstes Jahr, das lass dir sagen,
hab ich dieses Termin in meinen Kalender schon eingetragen.

Anja schreibt...

Ich werde immer noch sentimental, wenn ich an die Jübek Open Airs denke und daran, wieviel Spaß wir immer hatten - egal, ob es glühend heiß war oder wir Nachtfrost oder Sturmflut auf dem Platz hatten!
Im ersten Festival-Jahr bekam ich von meinen Eltern noch nicht die Erlaubnis zur Teilnahme (was ich mit 2 Tagen eisigen Schweigens quittierte), aber ab dem 2. Jahr wurde das erste Juni-Wochenende in Jübek zum festen Termin in meinem Kalender - und das galt natürlich auch für meine Freundinnen! Seitdem habe ich kein Jübek Open Air mehr verpasst.
Wir haben wirklich fast ausschließlich gute Erfahrungen gemacht, unheimlich viel Spaß gehabt (was garantiert nicht immer nur am Alkohol lag!) und haben unglaublich nette, lustige und ziemlich verrückte Leute kennen gelernt und waren sehr enttäuscht, als wir vom endgültigen "AUS!" für das Open Air hörten. Allerdings war uns in den letzten Jahren auch schon aufgefallen, dass die Headliner immer weniger reizvoll für uns und die Tickets immer teurer geworden waren (was uns allerdings nicht davon abgehalten hat, trotzdem hinzufahren).
1993 habe ich in Jübek meinen jetzigen Lebensgefährten kennengelernt - und im Juni d. J. heiraten wir!

Viele Grüße, Anja