Umfrage
schließen
Ich wünsche mir...eine Wiederholung der eintägigen Revivalparty.
mehr Top-Acts im Motodrom zu sehen.
gar nichts und die Veranstaltung hat mir nicht gefallen.

Mythos Motodrom

Plakat - Jübek Open Air 1989

1985 machten sich 13 Jübeker auf, um die Welt der Musik nach Jübek zu holen. " Ihr veranstaltet kein Feuerwehrfest, sondern leitet ein Millionenunternehmen", mit dieser Bemerkung endet die notarielle Beurkundung des Gesellschaftervertrages der Jübek Open Air GmbH. Der örtliche Bürgermeister und Amtsvorsteher, zwei Geschäftsführer der örtlichen Raiffeisenbank, ein im Ruhestand befindlicher Offizier, drei Gastronomen bekannter regionaler Gasthäuser, ein Kfz-Meister, ein Polizeioffizier, ein Busunternehmer, eine Kauffrau, ein Großhandelskaufmann und ein freier Handelsvertreter waren der Meinung, dass das in der Gemeinde Jübek vorhandene Sandbahnstadion auch als Veranstaltungsort für Pop- und Rockveranstaltungen geeignet ist.

Ziel der Gesellschaft, war nicht der persönliche Vorteil, sondern der Spaß daran jung geblieben zu sein und das zu ermöglichen, was man selbst in jüngeren Jahren als Zuschauer erlebt hat. Die wilde Dorftruppe wurde von vielen belächelt. Sie musste sich gegen negative Presseberichterstattung des so genannten „Bauernfestivals“ und eine Vielzahl behördlicher Auflagen durchsetzen. Was 1985 kaum einer für möglich gehalten hatte: Jübek entwickelte sich zur einer der ersten Festivaladressen in Deutschland. Folgende Musikveranstaltungen wurden durchgeführt:

1985 und 1986    Jübek Festival
1987 bis 1995     Jübek Open Air
1997                      Lieder wie Orkane 2

Die Headliner der Festivals lesen sich wie das "who is who" der deutschen und internationalen Rock- und Popszene:

Opus (1985) Status Quo (1986) Münchener Freiheit (1986)
Ulla Meinecke (1986) Meat Loaf (1987) Barclay James Harvest (1987)
Roger Chapman (1987) Udo Lindenberg (1988) Judas Priest (1988)
Chris Rea (1988) Heinz Rudolf Kunze (1989) Rory Gallagher (1989)
Van Morrison (1989) The Rattels (1989) Carlos Santana und Band (1990)
New Model Army (1990) Mothers Finest (1990 und 1995) Saga (1990)
Bryan Adams (1991) Gianna Nannini (1991) The Jeremy Days (1991)
Die Toten Hosen (1992) Joe Cocker (1992) Achim Reichel (1992)
Bob Geldof (1992) Melissa Etheridge (1993) Faith No More (1993)
Die Fantastischen Vier (1993) Jethro Tull (1993) Huey Lewis & the News (1994)
The Hooters (1994) Nina Hagen (1994) Fury in the Slaughterhouse (1994)
Kim Wilde (1994) H-Blockx (1995) Mike & the Mechanics (1995)
Paul Young (1995) Torfrock Die Böhsen Onkelz (1997)
Pretty Maids (1997) Manowar (1997) Illegal 2001 (oft)
  ...und ganz viele mehr  
Plakat - Jüben Open Air 1995

Weiterhin wurde vielen regionalen Bands und Nachwuchsgruppen die Möglichkeit geboten, vor großer Kulisse in spannender Atmosphäre zu spielen.

Im Ergebnis wurden im Motodrom bei 13 Musikveranstaltungen über 250.000 Besucher gezählt. Die Zuschauer kamen überwiegend aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Nord-Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern. Eine grandiose Stimmung auf den 35ha Campingplätzen und in dem 85.000qm großen Veranstaltungsgelände begeisterte die Besucher.

Letztendlich kam 1996 das Aus für das Jübek Open Air. Vor allem das finanzielle Risiko wird ein erheblicher Grund gewesen sein, weshalb die Veranstalter sich dazu entschlossen haben, am 07. Oktober 1997 die Löschung der Jübek Open Air–Festival GmbH aus dem Handelsregister vorzunehmen.